Burnhard Pelletsmoker/Pelletgrill Flint im Test 2026

Burnhard Pelletsmoker Flint im Test 2026

Ein richtig gutes Pulled Pork, saftige Ribs oder ein amtliches Beef Brisket - wer auf echten Rauchgeschmack steht, kommt an einem Pelletgrill eigentlich nicht vorbei. Dieses Mal hatte ich den Burnhard Flint Pelletsmoker* samt einem 10 kg Sack Hickory-Pellets auf dem Hof stehen. Der Flint ist zwar schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber genau deshalb wollte ich wissen, wie sich dieses etablierte Modell heute im harten Praxiseinsatz schlägt.

In diesem Testbericht erfährst du wie gewohnt ohne Marketing-Blabla, was "der Gerät" wirklich kann, wo seine Stärken liegen und an welchen Stellen du Abstriche machen musst.

Kurzer Transparenz-Hinweis: Ich habe den Pelletgrill kostenlos von Burnhard zum Testen bekommen. Das ändert aber nichts an meinem ehrlichen Urteil. Mein Wort euch gegenüber zählt, und hier wird nichts schöngeredet!

Ralles Datenblatt: Der Pelletsmoker Flint auf einen Blick

Bevor wir ans Eingemachte gehen, hier die nackten Fakten des Pelletsmokers in der Übersicht:

Spezifikationen Ralles Fakten-Check
Hersteller & Modell BURNHARD Flint Pelletsmoker
Grill-Kategorie Pelletgrill
Grillfläche (Hauptrost) 66 x 49 cm (einteilig)
Grillfläche 2. Ebene 66 x 36 cm (zweiteilig)
Grillroste Massiver Edelstahl
Pelletkammer 9 kg Pellets
Temperaturbereich 70 °C bis 230 °C
Material Wanne/Deckel Pulverbeschichteter Stahl & emaillierter Stahl / Einwandiger Deckel
Gewicht 72 kg
Abmessungen (BxTxH) 120 x 72 x 129 cm
Besonderheiten Verschließbarer Unterschrank, klappbare Frontablage mit Akazienholz-Schneidebrett, 2 Temperaturfühler
Lieferumfang Pelletgrill, 3 Edelstahlroste, 2 Kerntemperaturfühler, Fettauffangeimer, UV-beständige Abdeckhaube

Pelletgrill oder Pelletsmoker? Ein kurzer Faktencheck

Bevor wir das erste Stück Fleisch auflegen, müssen wir kurz mit den Begriffen aufräumen, damit euch da draußen ein Licht aufgeht: Auf dem Karton des Flint steht Pelletsmoker - und das hat einen guten Grund. Viele nennen diese Geräte ja pauschal Pelletgrill (ich auch). Meiner Meinung nach darf sich ein Gerät aber eigentlich erst ab 260 °C aufwärts wirklich "Grill" nennen, weil du erst ab dieser Hitze ordentlich scharf anbraten kannst. Da der Flint konstruktionsbedingt bei maximal 230 °C zumacht, ist und bleibt er für mich im Herzen ein reinrassiger Smoker für die perfekte Low-and-Slow-Küche.

Unboxing und Aufbau: Sicher verpackt und entspannt montiert

Burnhard Pelletgrill Flint - Aufbau des Smokers

Der Flint wurde mir in zwei großen, ordentlich schweren Paketen per Spedition geliefert. Da der Pelletgrill nun schon ein paar Jahre auf dem Markt ist, besteht die Verpackung hier im Innenleben noch aus einer klassischen Mischung aus Styropor, Kunststoff und Pappe. Die Einzelkomponenten sind darin aber absolut sicher und stoßfest verstaut. Erfreulicherweise sieht man hier aber auch, wie viel sich bei Burnhard in den letzten Jahren getan hat: Bei den ganz neuen Produktlinien - wie dem von mir getesteten neuen Burnhard Big Fred Deluxe Series 4 - ist nämlich überhaupt kein Styropor oder Kunststoff mehr in den Kartons zu finden. In Sachen nachhaltiger Verpackung hat sich der Hersteller also echt stark weiterentwickelt.

Der Aufbau selbst lief absolut entspannt:

  • Die Anleitung: Richtig gut geschrieben und leicht verständlich.
  • Das Schrauben-System: Beim Flint anders aufgebaut als beim Big Fred. Alle Schrauben und Kleinteile kommen hier nicht in Papptüren, sondern in einer nummerierten und beschrifteten "Kunststoff-Halterung" inkl. Schraubendreher und zweier Maulschlüssel. Da sucht man sich keinen Wolf.
  • Der Aufbau: Das Meiste kannst du problemlos alleine bewerkstelligen. Nur wenn es darum geht, die massive Garkammer auf den fertig montierten Unterschrank zu setzen, solltest du dir definitiv eine zweite Person dazuholen.

Der Flint im Praxistest: Material, Technik und Temperaturzonen

Solider Eindruck mit echtem Unterschrank

Schon beim Zusammenbau des Unterteils merkt man, dass hier nicht am Material gespart wurde. Die vielen Kantungen, die solide Materialstärke und die ordentliche Pulverbeschichtung sorgen für einen sehr stabilen Stand. Ein riesiger Vorteil des Flint gegenüber vielen Konkurrenten in dieser Preisklasse: Er besitzt einen echt verschließbaren Unterschrank. Der integrierte Regalboden stabilisiert das Ganze zusätzlich und bietet dir genialen Stauraum für dein Grillzubehör oder den nächsten Sack Pellets.

Innenraum und clevere Detaillösungen

Burnhard Pelletgrill Flint - Leer geräumte Garkammer

In der Garkammer geht es genauso solide weiter. Die Brennkammerabdeckung ist richtig massiv und wird fest eingeschoben bzw. verankert. Da wackelt oder verrutscht absolut nichts - das sieht selbst bei deutlich teureren Pelletgrills oft wackeliger aus. Brennkammer, Fettablaufblech und die anderen Komponenten im Garraum kamen gut geölt bei mir an. Das ist ein reiner Transportschutz ab Werk, damit auf dem Seeweg durch die hohe Luftfeuchtigkeit bloß kein Korrosionsschaden entsteht.

Beim obligatorischen, 45-minütigen Einbrennen bei 230 °C wird dieses Transportöl erst mal komplett und rückstandslos verbrannt, damit die Kiste danach startklar und lebensmittelecht sauber ist. Die eigentliche, natürliche Schutzschicht im Inneren bildet sich dann erst bei deinen ersten richtigen BBQ-Sessions durch den feinen Holzrauch und die fetthaltigen Dämpfe vom Fleisch.

Flexibel bist du auch bei den Rosten: Die zweite Grillebene besteht aus zwei separaten Edelstahlrosten. Je nachdem, was du vorhast, kannst du also nur einen Teil oder beide nutzen. Und das Beste: Die obere Ebene ist komplett im Lieferumfang enthalten und muss nicht extra zugekauft werden.

Technik und Temperatursteuerung

Burnhard Pelletgrill Flint - Temperatursteuerung mit Drehregler und Display

Die Bedienung ist herrlich einfach und unkompliziert gehalten: Ein massiver Drehregler und eine digitale Anzeige, das war's. Du kannst den Flint auf die wichtigsten BBQ-Temperaturen einstellen: 70 (Start), 80, 110, 120, 130, 150, 180, 200, 220 und 230 °C (Max).

Im Test hat der Smoker die Temperaturen recht schnell erreicht und - was noch viel wichtiger ist - trotz Wind und Wetter eisern gehalten. Genau dafür holt man sich einen Pelletgrill. Mit an Bord sind zwei Kerntemperaturfühler. Diese werden vorne am Panel angeschlossen und durch eine mit Silikon geschützte Öffnung links in den Garraum geführt. Per Knopfdruck schaltest du auf dem Display einfach zwischen den beiden Fühlern (Probes) hin und her. Einfach, effektiv, läuft.

Wichtig für die Kaufentscheidung: Der Flint hat ein Temperaturspektrum von 70 bis 230 °C. Das ist perfekt für alles, was gesmoked werden muss, und auch heißes, schnelles Garen und Backen funktioniert wunderbar. Scharfes Anbraten (wie ein Steak finishen) ist hier konstruktionsbedingt allerdings nicht möglich. Für mich ist der Flint der klassische Zweit- oder Drittgrill, der dann angeworfen wird, wenn die "Long-Jobs" anstehen.

Raucharoma und Pellet-Handling

Burnhard Pelletgrill Flint - Komplett aufgebaut beim Einbrennen

Der Pelletbehälter (Hopper) fasst ordentliche 9 kg Pellets. Bei klassischen BBQ-Temperaturen zwischen 110 und 130 °C reicht das locker für eine Laufzeit von gut 24 Stunden ohne Nachfüllen - das sorgt für entspannte Nächte bei Pulled Pork. Einen elektronischen Pelletsensor zur Füllstandüberwachung gibt es zwar nicht, aber das erwarte ich in dieser Preisliga auch nicht.

Das Raucharoma, das der Flint an das Fleisch bringt, ist intensiv und richtig gut. Die mitgelieferten Hickory-Pellets haben eine kräftige Note, die perfekt zu Rindfleisch oder Wild passt. Für Schwein, Geflügel oder Fisch greife ich persönlich aber lieber zu milderen Sorten wie Buche, Apfel oder Kirsche. Da kannst du dich frei austoben.

Ein kleiner Kritikpunkt aus der Praxis

Wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten, und das betrifft beim Burnhard Flint Pelletsmoker* die Pellet-Ablassklappe an der Rückseite des Hoppers. Die Grundidee ist super, um mal eben die Pellet-Sorte zu wechseln oder den Tank komplett zu leeren. Allerdings ist die Klappe meiner Meinung nach ein Stück zu hoch angesetzt. Beim Entleeren verbleiben dadurch ziemlich viele Pellets im Behälter. Du musst sie dann entweder mühsam händisch durch das Sicherheitsgitter in Richtung Ablassöffnung schieben, oder sie eben über den Fördergang in die Brennkammer transportieren lassen. Dort musst du sie dann entweder händisch herausholen oder eben direkt verbrennen.

Mein Tipp: Wenn du genau weißt, dass der Pelletgrill die nächsten Wochen ungenutzt bleibt, mach dir die Mühe und entferne die Pellets komplett - und zwar auch aus der Förderschnecke. Pellets ziehen extrem schnell Feuchtigkeit aus der Luft. Wenn sie feucht werden, quellen sie auf, verstopfen die Schnecke oder verbrennen nicht mehr sauber. Unschöner, qualmender Rauch und Rost im System sind dann die Folge. Die aufgefangenen Pellets lagere ich übrigens immer in einem luftdicht verschlossenen, feuchtigkeitsgeschützten Eimer mit Deckel.

Geräuschkulisse und Mobilität

Burnhard Pelletsmoker Flint - Vollgummiräder mit Feststellbremse

Ein Pelletgrill arbeitet permanent mit einem Lüfter und der Förderschnecke, macht also logischerweise Geräusche. Im Vergleich zu meinem Moesta Sheriff ist der Flint einen Tick lauter, aber nicht störend. Beim ersten Aufheizen pustet er natürlich ordentlich - da würde ich mich jetzt mit meinen Gästen nicht unbedingt im Abstand von einem Meter direkt daneben stellen, um zu quatschen. Im normalen Smoker-Betrieb ist es aber völlig im Rahmen.

Mit seinen 72 kg Lebendgewicht ist der Flint kein Leichtgewicht. Dank der kleinen Vollgummi-Rollen (alle feststellbar) lässt er sich aber trotzdem überraschend gut auf einer gepflasterten oder gefliesten Terrasse hin- und herrollen.

Clevere Extras: Die Frontablage und das Zubehör

Burnhard Pelletgrill Flint - Abklappbarer Fronttisch mit Akazienholzbrett

Ein echtes Highlight im Alltag ist die abklappbare Frontablage. Hier ist ein massives Schneidebrett aus Akazienholz eingelassen, das ausreichend groß und verdammt praktisch ist, um mal eben Fleisch abzulegen oder zu pinseln. Das Holz sieht nicht nur edel aus, sondern lässt sich zur Reinigung einfach herausnehmen.

Noch ein Pflege-Tipp von mir: Ich nehme die Holzbretter generell immer mit rein ins Haus, wenn der Grill nicht benutzt wird. Staunässe unter der Abdeckhaube ist Gift für Holz (bei Bambus ist das übrigens noch schlimmer).

Zusätzlich legt Burnhard noch den kleinen Fettauffangeimer, zwei Kerntemperatursonden und eine passgenaue, UV-beständige Abdeckhaube oben drauf. Da gibt es absolut nichts zu meckern, das Gesamtpaket stimmt einfach.

Der Flint im Härtetest: 3 kg Wagyu Beef Hammer im Rauch

Burnhard Pelletgrill Flint - Beefhammer vom Wagyu-Rind gemoked

Grau ist alle Theorie, also habe ich den Flint für die erste Runde direkt mal ordentlich gefordert. Wenn schon testen, dann richtig: Für Familie und Freunde kam ein fetter 3 kg Beef Hammer vom Wagyu-Rind auf den Rost. Als Brennstoff kamen die mitgelieferten Hickory-Pellets zum Einsatz, die perfekt zu so einem kräftigen Stück Rindfleisch passen.

Mein Fahrplan für den XL-Long-Job sah so aus:

  1. Das Smoken: Gut 3 Stunden durfte der Beef Hammer bei konstanten 120 °C im feinen Holzrauch des Flint Farbe und Aroma annehmen.
  2. Die Texas-Krücke: Um das Fleisch butterzart zu kriegen, habe ich es danach fest in Butcher-Paper und eine Schicht Alufolie eingewickelt und für ca. 3,5 Stunden weitergaren lassen.
  3. Das Finale: Nach der Dämpfphase kam das Papier und die Folie wieder runter, und der Hammer durfte für weitere 30 Minuten zurück auf den Rost, um die Kruste noch mal ordentlich aufzupeppen.
  4. Die Ruhephase: Vor dem Anschnitt wanderte das Prachtstück noch für eine halbe Stunde zum Entspannen in meine Thermobox.

Serviert habe ich das Ganze mit frisch gestampftem Kartoffelbrei und knackigem Salat. Das Ergebnis? Ein absolut traumhafter, tiefroter Rauchring, eine super Textur und ein erstklassiger Geschmack. Da hat absolut nichts trocken geschmeckt (nur etwas sehnig - aber dafür konnte der Smoker nichts). Kurz gesagt: Echte Low-and-Slow-Klassiker und amtliches BBQ kann der Burnhard Flint Pelletgrill*!

Mein Fazit: Lohnt sich der Burnhard Pelletgrill Flint?

Wer einen soliden, unkomplizierten und vor allem bezahlbaren Pelletsmoker sucht, macht beim Burnhard Flint absolut nichts falsch. Die einfache Bedienbarkeit über den Drehregler, die konstante Temperaturstabilität, die massiven Edelstahlroste und das reichhaltige Zubehör im Lieferumfang haben mich in puncto Preis-Leistung absolut überzeugt.

Er ist der perfekte Grill für ausgedehnte Low-and-Slow-Sessions. Man bekommt hier für einen relativ schmalen Taler ein echtes Arbeitstier ohne Schnickschnack, das genau das tut, was es soll: verdammt gutes BBQ abliefern.

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